Tanz mit der Maschine/ Dance with the Machine
für Orchester & Raumklangensemble/ for orchestra & ensemble: | 18 ' | 2026
2.2.2 (2.+BKl).2 (2.+Kfg) – 4.3.3.1 – timp.3perc (Gr. Tr. Becken, kl.Tr.)– 14.12.10.8.6 + kleines Ensemble verteilt im Saal (1.1.1.1-0.0.0.0- 0.0.0.0.0.0- 1.1.1.1.0)
Sinfonische Dichtung über den menschlichen Kampf über selbstgeschaffene Systeme und Technologien und die Abhängigkeit davon. Ein im Raum um das Publikum positiertes Ensemble repräsentiert das ständige Umgebensein von diesen “Maschinen”
„Tanz mit der Maschine“ versteht „Maschine“ nicht nur im technischen Sinn, sondern als Metapher für all jene Systeme, Strukturen und Routinen, die der Mensch hervorbringt, um die Welt zu ordnen, zu vereinfachen und beherrschbar zu machen. Was als Werkzeug gedacht ist, entwickelt dabei oft eine eigene Dynamik und beginnt, auf seinen Schöpfer zurückzuwirken.
Ausgangspunkt des Stücks ist dieser Moment der Umkehr. Der Mensch setzt seine „Maschine“ in Gang, und sie begegnet ihm nicht neutral, sondern als verführerische Kraft. Sie zieht ihn in Bewegung, in einen Tanz, der zunächst zackig, fragmentiert und von Brüchen geprägt ist. Erst allmählich bildet sich eine scheinbare Ordnung heraus: Der Gestus verdichtet sich zu einem Walzer, zu einer vertrauten Form, die Stabilität suggeriert.
Diese Stabilität erweist sich jedoch als trügerisch. Die musikalische Struktur beginnt zu zerfallen, Zusammenhänge lösen sich auf.
Der Impuls zum Rückzug entsteht- der Wunsch, sich den eigenen Schöpfungen zu entziehen und zu einem unverstellten Menschsein zurückzufinden. Doch die „Maschine“ bleibt präsent: nicht mehr greifbar, aber als kontinuierliches Flirren im Raum spürbar.
In der Folge zieht sie den Menschen erneut in einen letzten, gesteigerten Tanz hinein. Flüsternde Stimmen treten aus dem Klang heraus, verdichten sich und überlagern sich, bis sie den Raum vollständig durchdringen. Die Entwicklung kulminiert in einem kontrollierten Chaos,, bis hin zur abschließenden Explosion.
Das Stück begreift die „Maschine“ damit als Spiegel menschlicher Erfindungskraft und der Kräfte, die daraus erwachsen.